Aktuelles
2021

Neuerwerbung des Museums

Die “Freunde des Nolde Museums Seebüll e. V.” konnten sich an dem Erwerb einer Lithografie, „Mühle am Wasser“, 1926, beteiligen. Ersteigert im September 2021 im Kunsthaus Christie’s, London.

Das Werk wird in der Jahresausstellung 2022 zu sehen sein.

Tuschpinsellithografie, Druck in Blaugrau, Orange, Gelb und Grün
60,3 x 79 cm auf 64,5 x 80,3 cm

© Nolde Stiftung Seebüll

Die Graphik zählt zu Noldes letzter Serie lithographischer Produktion, die 1926 nach einer Pause von über einem Jahrzehnt entstand. Sie umfasst 14 klein- und 6 großformatige Lithografien. Statt einer hohen Auflage suchte Nolde den Unikatcharakter des einzelnen Blattes. So vermerkte seine Frau Ada auf diesem Blatt: „In dieser Faßung ein Druck.“

Das Motiv geht auf ein Aquarell und das darauf basierende Gemälde „Mühle“ (1924) zurück, die in Farbwahl und Bildaufbau eng zusammengehören. Demgegenüber weist die Graphik einige Variationen auf. Die Mühlendarstellung wirkt stilisiert, die Komposition auf die wesentlichen Elemente, etwa die Wolke in der linken Bildhälfte oder den markanten Schwung der Uferlinie, reduziert. Auch besticht die Lithografie mit der angeschnittenen Spiegelung der Mühle in der Wasseroberfläche.

Bei der dargestellten Windmühle handelt es sich um eine Holländer- oder Kappenwindmühle. Ihr hölzerner Turm mit seiner drehbaren Kappe mit den Flügeln sitzt auf einem steinernen Sockelgeschoss. Vermutlich hat Nolde eine der Schöpfmühlen zum Vorbild genommen, die längs der Wiedau in unmittelbarer Nachbarschaft seines Hauses in Utenwarf das Marschland entwässerten.

Sören Groß (Auszug)


Die “Freunde des Nolde Museums Seebüll e. V.” konnten sich an dem Erwerb zweier Briefe Emil Noldes beteiligen:

© Nolde Stiftung Seebüll

Herr Direktor Dr. Christian Ring schreibt dazu:
“In einem spannenden Ringen um das höchste Gebot erhielt die Nolde Stiftung Seebüll im Dezember 2020 bei einem Auktionshaus in Dänemark schließlich den Zuschlag für zwei frühe Brief von der Hand Emil Noldes. Sie entstammen einer Zeit, in der der Künstler seinen Namenswechsel von Hansen zu Nolde beschließt, und gehören zu den wenigen Zeugnissen, auf denen er mit beide Namen “Hansen Nolde”
zugleich unterschreibt. Obwohl an unterschiedliche Adressaten gerichtet, künden beide Briefe von der persönlichen Sorge und Anteilnahme um einen kürzlich verstorbenen Freund.”

2020 / 2021
In den Jahren 2020 und 2021 entfallen besondere Veranstaltungen wegen durchgreifender Umbauarbeiten im Museum.

Die denkmalgerechte Sanierung und der Umbau des historischen Nolde-Hauses sind nach wie vor in vollem Gang. Die traditionelle Jahresausstellung der Nolde-Stiftung hatte schon 2020 im Besucherforum stattgefunden. Auch in diesem Jahr werden Noldes Werke im Forum zu sehen sein.

Aber was passiert im Nolde-Haus eigentlich? Wie kann man sich eine derartige Sanierung vorstellen? Reale Zutrittsmöglichkeiten oder eine Baustellenführung sind aus Gründen der Bausicherheit und wegen Corona nicht gegeben! Der Film beantwortet diese Fragen.

Kirsten Jüngling hat Einblicke aus dem diesjährigen Sommer gesammelt und Fotos der Baustelle mit Ausschnitten aus dem Film von 2017 Emil Nolde – Maler und Mythos (Buch und Regie: Wilfried Hauke, Mitglied unseres Freundeskreises!) kombiniert, um den Aufwand offensichtlich zu machen.

Prof. Dr. J. Alexander Schmidt,
Vorsitzender der „Freunde der Nolde Stiftung Seebüll e. V.“